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Mit Weitblick saniert: Wie aus einer Industriebrache ein Effizienzhaus 40 wurde

Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ist eine Herausforderung aber auch eine große Chance. Die Alte Lehrwerkstatt auf dem Change.Campus verdeutlicht, wie ein ehemaliges Industriegebäude in ein zukunftsorientiertes Effizienzhaus 40 umgewandelt werden kann. Projekentwickler Sven Heyden von BAUCONZEPT gibt Einblicke in die Planung, Umsetzung und Vorteile des Konzepts.  

"Unser Ziel war von Anfang an klar: Wenn wir dieses Gebäude sanieren, dann nur als Effizienzhaus 40. Anders ist das wirtschaftlich, energetisch und perspektivisch kaum sinnvoll darstellbar," so Sven Heyden.

Was ist ein Effizienzhaus 40?

Ein Effizienzhaus 40 zeichnet sich durch besonders niedrige Werte bei Primärenergiebedarf und Wärmeverlust aus. Es verbraucht nur 40 % der Energie eines gesetzlich definierten Referenzgebäudes – ein ambitionierter Wert, der nur mit konsequenten Maßnahmen erreichbar ist.  

Im Fall der Alten Lehrwerkstatt heißt das: 12 cm starke Innendämmung, moderne Fenster, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und ein intelligentes Energiekonzept, das den Eigenverbrauch optimiert. "Was man von außen nicht sieht: Die Dämmung, die Fenster, die Lösungen für die Wärmeversorgung – das ist das, was dieses Haus heute ausmacht," betont Sven Heyden.  

Ein solch hoher energetischer Standard ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Gerade in Regionen mit moderaten Mieten, wie Solingen, stellt das eine besondere Herausforderung dar. “Wenn ich ein Haus in dieser Qualität sanieren will, stoße ich schnell an wirtschaftliche Grenzen. Die Mieten decken die Investitionen oft nicht.”

Deshalb hat das Team von BAUCONZEPT gezielt auf Fördermittel der KfW gesetzt. "Wir haben den höchsten Satz angestrebt und auch bekommen. Die Voraussetzungen wie PV-Anlage, Fensterqualität, Luftdichtigkeit und Dämmung haben wir alle erfüllt."  

Erhalt statt Abriss: Nachhaltigkeit beginnt im Bestand 

Für Sven Heyden ist die Entscheidung für eine Sanierung im Bestand nicht nur eine wirtschaftliche, sondern vor allem eine nachhaltige: "Jeder erhaltene Rohbau spart rund 30 % CO2 gegenüber einem Neubau. Das ist ein riesiger Hebel."  

Hinzu kommen bauliche Anforderungen, die im Kaufvertrag mit der Stadt Solingen klar definiert waren. Dazu gehörte zirkuläres Bauen, hohe Energieeffizienz und langfristige Nutzbarkeit. Die Alte Lehrwerkstatt zeigt, wie mit einer klaren Zielsetzung, technischen Kompetenzen und passenden Förderprogrammen aus einem alten Industriegebäude ein Leuchtturmprojekt entstehen kann. "Wir wollen zeigen, dass es geht. Dass man auch mit alten Gemäuern moderne Arbeitswelten schaffen kann – energieeffizient, nachhaltig und wirtschaftlich tragbar."  

 

Mehr zum Projekt und weitere Einblicke in die Sanierung sind hier zu finden: Link zu anderen Blogs